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Vergebung – sich selbst und anderen

Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens verletzt – und verletzt andere.
Die große Frage ist: Wie gehe ich damit um?

Die Bibel gibt eine eindeutige Antwort: Vergebung.
Nicht aus Schwäche, sondern aus Stärke. Nicht, weil der andere es verdient – sondern weil Christus zuerst vergeben hat.


🛐 1. Warum ist Vergebung so zentral im christlichen Glauben?

Im Zentrum des Evangeliums steht die Vergebung durch Jesus Christus.
Gott vergibt uns nicht, weil wir es verdient hätten – sondern aus reiner Gnade.

📖 Kolosser 3,13:

„Wie Christus euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“

Vergebung ist keine Nebensache – sie ist der Herzschlag des christlichen Lebens.
Wer Jesu Vergebung erfahren hat, ist aufgerufen, sie weiterzugeben – an andere und an sich selbst.


🔁 2. Vergeben bedeutet nicht vergessen

Ein weit verbreiteter Irrtum: „Ich kann erst vergeben, wenn ich vergessen habe.“
Doch Vergebung heißt nicht Verdrängung.
Es bedeutet:

  • Den Schmerz anerkennen

  • Die Schuld benennen

  • Aber nicht mehr festhalten – sondern loslassen

📖 Römer 12,19:

„Rächt euch nicht selbst, sondern überlasst es dem Zorn Gottes …“

Vergebung ist ein bewusster Akt des Willens:

„Ich entscheide mich, den anderen nicht mehr für seine Schuld haften zu lassen.“


🔓 3. Vergebung befreit – vor allem dich selbst

Unvergebenheit ist wie ein Gefängnis, in dem wir uns selbst einschließen.

  • Bitterkeit vergiftet Beziehungen

  • Hass frisst innerlich auf

  • Wunden bleiben offen

📖 Epheser 4,31-32:

„Alle Bitterkeit, Wut und Zorn … sei fern von euch. Seid aber freundlich … und vergebt einander.“

Wer vergibt, wird frei.
Nicht immer sofort – aber Schritt für Schritt.


❤️‍🩹 4. Was, wenn der andere sich nicht entschuldigt?

Die Bibel fordert uns nicht zur Vergebung unter Bedingungen auf.
Vergebung ist nicht abhängig vom Verhalten des anderen.
Du kannst vergeben:

  • Auch wenn der andere nie Reue zeigt

  • Auch wenn du nie eine Entschuldigung bekommst

  • Auch wenn der Schmerz bleibt

📖 Markus 11,25:

„Wenn ihr betet und etwas gegen jemanden habt, so vergebt …“

Warum?
Weil Vergebung dein Herz schützt – nicht das des anderen.


🪞 5. Was ist mit Selbstvergebung?

Viele tragen tiefe Schuld aus der Vergangenheit mit sich herum:

„Wie konnte ich nur …?“ – „Ich kann mir das nie verzeihen.“

Die Bibel spricht nicht explizit von „Selbstvergebung“, aber sie spricht von etwas Größerem:

  • Gottes Vergebung ist vollständig.

  • Unsere Identität liegt in Christus – nicht in unserer Vergangenheit.

📖 1. Johannes 1,9:

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns vergibt …“

Wenn Gott dir vergeben hat, hast du kein Recht mehr, dich selbst zu verdammen.

📖 Römer 8,1:

„So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“


⛓️ 6. Und wenn ich nicht vergeben kann?

Manchmal ist die Verletzung zu tief.
Dann darfst du ehrlich beten:

„Herr, ich kann nicht vergeben – aber hilf mir, dass ich es will.“

Vergebung ist oft ein Prozess, kein Moment.
Gott hilft dir dabei.
📖 Philipper 2,13:

„Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Vollbringen.“

Vergebung bedeutet nicht, dass du die Tat gutheißt – sondern dass du den Täter Gott überlässt.


✅ Fazit

Vergebung ist ein Weg – manchmal ein schwerer.
Aber es ist der Weg Jesu.

Er betete am Kreuz für seine Peiniger:
„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lukas 23,34)

Du kannst vergeben – weil dir vergeben wurde.
Du darfst loslassen – weil Jesus dich gehalten hat.
Du darfst leben – frei von Bitterkeit, Schuld und Angst.

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